Presse

Artikel vom 28. Oktober 2016 von Bettina Gröber, Badische Zeitung:
 

"Tala", das Buch der Freiburgerin Maria Hermann kommt auch auf die Bühne

Eigentlich ist Maria Hermann Musiktheaterdarstellerin und studiert Psychologie - doch gerade schreibt sie auch an einer Trilogie. Das erste Werk ist bereits erschienen.

Autorin Maria Hermann Foto: Thomas Kunz

Angefangen hat alles mit dem sprichwörtlichen Geistesblitz: Im Urlaub 2008 habe sie Tala, die elfjährige Heldin ihres Romans, auf einmal klar und deutlich vor ihrem inneren Auge gesehen, erinnert sich Maria Hermann. Und auch die fantastischen "Vielwelten", in denen Tala ihre Abenteuer erlebt, waren als Vorstellung von Beginn an vorhanden. Dann habe sie einfach drauflos geschrieben.

Drei Jahre lang hat Maria Hermann alle Geschichten rund um Tala gesammelt. Das Schreiben sei ihr leicht gefallen: "Ich habe mich Worten immer schon verbunden gefühlt." Dass aus ihren Erzählungen mal ein Buch werden würde, daran habe sie zunächst gar nicht gedacht. Überhaupt war alles zunächst lediglich "Nebengeräusch" zu Maria Hermanns eigentlicher künstlerischer Arbeit: Die 32-Jährige ist ausgebildete Musiktheaterdarstellerin, von 2004 bis 2007 war sie an der Hamburg School of Entertainment und hat anschließend in verschiedenen Theatern und Produktionen gearbeitet.

2012 zog es Maria Hermann zurück nach Freiburg, wo sie geboren ist: Das Gefühl von Heimat und Wärme, der bekannte Dialekt, das Klima seien Gründe gewesen, die es ihr leicht gemacht hätten, in den Breisgau zurückzukehren. Außerdem wollte sich die Künstlerin ein zweites, solides Standbein schaffen und begann mit dem Psychologiestudium. Den Bachelor hat sie schon in der Tasche, derzeit wartet sie auf die Zulassung zum Masterstudium.

 

Das Theaterleben habe sie sehr genossen, so Maria Hermann, "da kann man sich in den verschiedenen Rollen ausleben". Aber sie habe auch alle Hochs und Tiefs erlebt, bis hin zu Existenzängsten. Derzeit konzentriere sie sich aufs Studium – und auf ihr Buch. Denn die Geschichte um Tala ist inzwischen bei Books on Demand erschienen, als erster Teil einer geplanten Trilogie. Ein Workshop sei ihre "Initialzündung" gewesen, sagt Maria Hermann, dann sei sie in den berühmten "Flow" beim Schreiben gekommen. Und weil sie von vielen Seiten dazu ermutigt worden sei, habe sie den Schritt zur Veröffentlichung gewagt. Nun kann man in "Tala und die vergessenen Tore" lesen, wie die elfjährige Protagonistin sich aufmacht, gegen finstere Mächte und für die Freiheit der Menschen und ihrer Gedanken zu kämpfen.

Für Tala gibt’s schon ein weiteres Abenteuer: Maria Hermann hat ihr Buch zum Tanz-und Musiktheaterstück umgeschrieben. Ihre Schwester Kathrin Wimmer-Keil hat die Choreografie übernommen und mit Darstellerinnen und Darstellern der Tanzschule, die sie in Staufen leitet, auf die Bühne gebracht.

Maria Hermann hat eine Fantasy-Geschichte beziehungsweise ein modernes Märchen geschrieben, da das Genre ihr viele Möglichkeiten eröffnet: "Solange es in sich logisch ist, kann man sich so ziemlich alles erlauben", meint die Autorin. Inzwischen hat sie schon mit dem zweiten Band der Trilogie begonnen. Wie es mit der Schriftstellerei weitergehe, könne sie noch nicht absehen: "Ich hoffe, dass es Schritt für Schritt vorangeht." Nach wie vor sehe sie sich als Künstlerin, aber sie könne sich auch die Arbeit als Therapeutin gut vorstellen. "Vielleicht", so Maria Hermann, "kann ich ja beides irgendwann verbinden."

 

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Am 9.10.2016 erscheint dieser Artikel in "Der Sonntag" in Südbaden:

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Im Oktober 2015 erscheint dieser Artikel in der Badischen Zeitung, in welchem die Autorin Maria Hermann (links) die Geschichte von Tala vorstellt und gemeinsam mit der Choreographin und Tänzerin Kathrin Wimmer (rechts) Darsteller/innen für ihr gleichnamiges Tanztheaterprojekt suchen

Foto: Nikola Vogt

 

"Offen sein und Spielfreude mitbringen"

BZ-INTERVIEW: Kathrin Wimmer-Keil und Maria Hermann suchen Schauspieler für ein großes Theaterprojekt der Staufener Ballettschule.

STAUFEN. Alle zwei Jahre bringt Kathrin Wimmer-Keil mit ihrer Staufener Ballettschule "Dance Generation" ein Tanztheaterstück auf die Bühne. 2016 wird sie das Großprojekt erstmals gemeinsam mit ihrer Schwester, der Schauspielerin Maria Hermann, bestreiten. Sie hat das Theaterstück geschrieben. Wie es dazu kam und warum die Schwestern nun ein Casting planen, haben sie Nikola Vogt im Interview erzählt.

BZ: Frau Wimmer-Keil, Frau Hermann, woher stammt die Idee zu dieser "Familien-Produktion"?
Wimmer-Keil: Bei meinen Aufführungen sitzt eigentlich schon immer die ganze Großfamilie mit im Boot – sei es im Bereich Technik, Aufbau oder Dekoration. Nun war es so, dass Maria mir vor einiger Zeit erzählte, dass sie ein Buch geschrieben hat. Ich habe es gelesen und war total begeistert. Zu der Zeit war ich gerade am überlegen, welches Stück wir als nächstes aufführen könnten. Und da kam mir die Idee, Maria zu fragen, ob sie nicht eine Theaterfassung ihres Buches schreiben könnte.

BZ: Und das haben Sie gemacht.
Hermann: Ja. Das war gar nicht so einfach, den Inhalt meines Buches in eine Theaterfassung zu bringen, aber mittlerweile bin ich fast fertig.

BZ: Eigentlich sind Sie ja Schauspielerin. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie ein Buch geschrieben haben?
Hermann: Ich hatte die Idee dazu 2008 und habe erst mal zwei Jahre lang nur Material gesammelt und gar nicht gewusst, ob ich es jemals zu Papier bringen würde. Ende 2010 habe ich mich aber doch hingesetzt und angefangen zu schreiben – und dann floss es und hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Wimmer-Keil: Maria hat mir mit 12 schon erzählt, dass sie mal Bücher schreiben wird.
Hermann: Ja, aber dann hatte sich das durch meine Bühnentätigkeit erst mal wieder verloren.

BZ: Können Sie den Inhalt des Buches in wenigen Sätzen zusammenfassen?
Hermann: Es ist ein Jugendroman, in dem es darum geht, dass außer dieser Welt viele Parallelwelten existieren. Es gibt Weltenrisse, durch die man von einer Welt in eine andere gelangen kann. Protagonistin ist Tala, ein elfjähriges Mädchen, das in der Erdenwelt lebt. Sie hat besondere Fähigkeiten, kann jedoch nicht so recht damit umgehen. Eine verborgene Macht zieht die Fäden in Talas Welt. Diese Macht verbietet das Teilen von Wissen. Sie kommt Tala wegen ihrer Fähigkeiten auf die Spur und verfolgt sie. Doch Tala erhält Hilfe von Janus, der einer Rebellengruppe angehört. Er verhilft ihr zur Flucht in die Exilwelt, die gegen die geheime Macht der Erdenwelt ankämpft. Tala erlebt so unglaubliche Abenteuer und kommt nach und nach ihrem eigenen Geheimnis auf die Spur.

BZ: Und diesen Inhalt werden Sie nun mit Tänzern und Schauspielern auf die Bühne bringen. Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen beiden?
Wimmer-Keil: Ich kümmere mich mit meinen rund 200 Ballettschülern um den Tanz, den wir bereits seit vier Monaten proben. Maria wird sich um die Schauspielproben kümmern. Und dann werden wir Tanz und Schauspiel verknüpfen, weil die Szenen ineinander überfließen müssen. Es ist eine getrennte Arbeit, die dann zusammengeführt wird. Auch Pia Riesterer, die bei den vergangenen Aufführungen immer den Text geschrieben und das Schauspiel einstudiert hat, ist diesmal wieder mit im Team, um uns bei den Proben zu unterstützen.
Hermann: Da stehen dann kleine Kinder und Über-65-Jährige gemeinsam auf der Bühne. Und alle in diesem großen, großen Ensemble ziehen am gleichen Strang.

BZ: In den Vorjahren haben Sie mit "Momo" oder "Ronja Räubertochter" immer sehr bekannte Werke auf die Bühne gebracht. Diesmal ist der Inhalt des Stücks den Zuschauern völlig neu.
Wimmer-Keil: Ja, das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Die Leute erwarten mittlerweile auch schon einiges von uns. Wir haben positiven Druck. Es wird auf jeden Fall spannend.

BZ: Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal suchen Sie acht bis zehn Schauspieler über ein Casting. Warum?
Wimmer-Keil: Mich haben schon oft Leute angesprochen, die Lust haben, mal bei uns mitzumachen und so bekommen sie jetzt die Möglichkeit.

BZ: Wer kann sich zum Casting anmelden?
Hermann: Wir suchen Laienschauspieler in drei Altersgruppen: Zehn- bis 13-Jährige, da ist auch die Rolle von Tala dabei, 17- bis 25-Jährige und 35- bis 65-Jährige. Es ist schön, wenn jemand schon Schauspielerfahrung hat, aber das ist kein Muss. Mir ist wichtig, dass jemand offen ist und Spielfreude mitbringt. Man sollte sich nicht zu schade ist, auch mal hässlich zu sein und Grimassen zu schneiden.

BZ: Wie wird das Casting ablaufen?
Hermann: Ich werde mit den Jüngeren sehr viel improvisieren und Spiele machen. Bei den älteren Teilnehmern wäre es toll, wenn sie einige Zeilen auswendig gelernten Text zum Casting mitbringen.
Wimmer-Keil: Wir hoffen natürlich, dass so viele wie möglich kommen und wir alle Rollen besetzen können. Es ist einfach ein neuer Versuch. Aber auch wenn jemand zum Casting kommt und keine Rolle bekommt, muss er nicht traurig nach Hause gehen. Es gibt auch Statistenrollen und sowieso viel Drumherum bei unseren Projekten. Wer mitmachen möchte, wird das auf jeden Fall in irgendeiner Weise tun können.
 

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In einem Casting mit 16 jungen Talenten wurden Darsteller für die Uraufführung von Tala - das Tanztheater gesucht. Es war ein ereignisreicher und inspirierender Tag für das Team und die Teilnehmer!

2. November 2015, Artikel der Badischen Zeitung von Martina Faller:

 

Die Situation ist für alle neu und ungewohnt: Für die Tanzlehrerin Kathrin Wimmer-Keil ist es eine Premiere und auch die 16 Mädchen und Jungen kennen Castings bislang nur aus dem Fernsehen. Anders als bei RTL, Pro7 und Sat1 wird das Casting in der Tanzschule Dance Generation in Staufen jedoch zu einer durchweg positiven Erfahrung für alle Beteiligten.

Voller Körpereinsatz beim Casting in der Ballettschule mit Maria Hermann (rechts)

Foto: Martina Faller

 

"Vergesst, dass ihr bei einem Casting seid", ruft die Schauspielerin Maria Hermann den 14 Mädchen und zwei Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren zu, die sich im Übungssaal der Tanzschule eingefunden haben. "Stellt euch vor, ihr seid eine Theatercompany und versucht einfach Spaß zu haben." Eine kleine Theatercompany – das ist genau das, was die beiden Schwestern Maria Hermann und Kathrin Wimmer-Keil mit Hilfe des Castings zusammenstellen wollen.


Im Mai kommenden Jahres werden sie in einem großen Tanztheaterprojekt einen von Maria Hermann geschriebenen Jugendroman in mehreren Aufführungen auf die Bühne bringen. Und während die rund 200 Tänzer unter der Leitung von Kathrin Wimmer-Keil bereits mit den Proben begonnen haben, gilt es die Schauspielrollen erst noch zu besetzen. Hat Kathrin Wimmer-Keil dafür bisher immer auf ihre Kontakte zu den Festspielen Breisach, Auerbachs Kellertheater und den Theater AGs des Faust-Gymnasiums gebaut, wagt sie dieses Mal den Versuch mit einem Casting.

Doch anstatt eines klassischen Vorsprechens erwartet die Mädchen und Jungen ein Schauspiel-Workshop, für den es nur eine Voraussetzung gibt: "Begegnet einander mit Wohlwollen und habt ein liebevolles Auge auf die anderen. Es ist immer eine Herausforderung und braucht Mut sich auf einer Bühne zu präsentieren", weiß Maria Hermann.

Kurz darauf erfüllen ächzende und stöhnende, jauchzende und frohlockende Laute den Raum. In einer ersten Übung werfen sich die Kinder einen imaginären Ball zu, der auf Zuruf von Maria Hermann seine Beschaffenheit ändert, mal bleischwer, mal luftig leicht, mal glitschig und eklig, mal schön und knuffig ist. Als nächstes sollen sie die "Bühne putzen". "Im Theater bedeutet das, dass die Schauspieler die Bühne bis in alle Ecken ausnutzen sollen", erklärt Hermann.

Kathrin Wimmer-Keil und Pia Riesterer sitzen beobachtend am Rand, machen sich Notizen. Die Casting-Teilnehmer gehen zunächst als neugierige Kinder durch einen Wald, verwandeln sich kurz darauf in einen hochmütigen Raben, um im nächsten Moment als Wolf einem Hasen hinterherzujagen. "Es ist gar nicht leicht, von einer Rolle in die andere zu wechseln", sagt Maria Hermann. Die Aufgaben werden indes noch anspruchsvoller. Paarweise sollen die Kinder nonverbal eine Situation improvisieren. Charlotte und Joschi machen den Anfang. Gestenreich, mit sprechendem Gesichtsausdruck und einer breiten Skala an Tonlagen versucht Charlotte Joschi davon abzuhalten, über eine imaginäre Schlucht zu springen.


Mit viel Fantasie, Kreativität und Spielfreude gehen auch die anderen Paarungen an die Aufgabe heran. Maria Hermann, Kathrin Wimmer-Keil und Pia Riesterer achten derweil auf die Körpersprache der jugendlichen Akteure, darauf, wie sie Anweisungen aufgreifen und Emotionen ausdrücken. "Für mich ist wichtig, ob Energie rüber kommt", sagt Maria Hermann.

Am Ende müssen die Teilnehmer doch noch einige wenige Zeilen Text lernen und vorsprechen, jeder einzeln. 16 Mal heißt es "Bühne frei!", 16 Mal ist die Anspannung zu spüren, das Durchatmen zu hören und das kurze Sich-Sammeln in den Gesichtern genauso abzulesen, wie die Erleichterung, die im wohlwollenden Applaus der anderen ihren akustischen Widerhall findet. "Ich war sehr oft berührt und habe Tränen gelacht", bekundet Pia Riesterer in der Feedback-Runde und auch Maria Hermann lobt, "ihr habt euer Bestes geben, seid gut aus euch rausgegangen und habt die ganze Zeit über super mitgemacht."

Umso schwieriger wird es nun für die drei Jurorinnen eine Entscheidung zu fällen. Zu besetzen gibt es nur drei Rollen: das Mädchen Tala, der Rabe und der Wolf. Zwei Wochen wollen sich die Damen mit ihrer Entscheidung Zeit lassen und dann per E-Mail Bescheid geben, bevor bald die Proben beginnen. "Wenn ihr keine Rolle bekommt, könnt ihr trotzdem mitmachen. Wir brauchen viele Helfer, Statisten und doppelte Besetzungen", tröstet Kathrin Wimmer-Keil. Für sie steht heute schon fest steht: "Das machen wir ab jetzt immer so!" Auch für die Teilnehmer war das Casting eine positive Erfahrung. "Ich war am Anfang ein bisschen nervös, aber dann hat es total viel Spaß gemacht", sagt die zehnjährige Charlotte.

 

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Weitere Fotos von dem Casting findest Du in unserer Fotogalerie

"Die Proben haben mir total Spaß gemacht"

DREI FRAGEN AN Charlotte Wunderlich, die die Hauptrolle im neuen Tanztheaterprojekt der Staufener Ballettschule spielt.

  1. Charlotte Wunderlich Foto: Martina Faller

STAUFEN. Tala ist Waisenkind und Außenseiterin. Vor Mobbing und Ausgrenzung flieht sie in die Eiswelt und begegnet dort sagenhaften Gestalten: Mehr verrät Charlotte Wunderlich indes noch nicht über ihre Rolle. Die Elfjährige verkörpert die Titelheldin aus dem gleichnamigen Jugendroman von Maria Hermann, den Kathrin Wimmer-Keil für ihr neuestes Tanztheaterprojekt in Staufen adaptierte. BZ-Mitarbeiterin Martina Faller hat sie zwei Wochen vor der Premiere getroffen.

BZ: Charlotte, beim Casting im November warst Du eine der Jüngsten. Hast Du Dich gefreut, als Du den Zuschlag für die Hauptrolle bekommen hast?
Charlotte: Ja, mega. Ich habe gar nicht damit gerechnet. Da waren ja so viele beim Casting und viele, die älter waren als ich. Außerdem hatte ich noch gar nicht so viele Erfahrungen mit der Schauspielerei. Ich habe in meiner Grundschulzeit zwar bei einigen Aufführungen mitgemacht und vergangenes Jahr bei einem Workshop am Stadttheater. Das war aber auch schon alles. Denn bis ich in die Theater-AG am Rotteck-Gymnasium darf, muss ich mich noch ein bisschen gedulden. Die ist leider erst ab der 6. Klasse.

BZ: Im November hast Du mit den Proben begonnen und seither fast jedes Wochenende, oft beide Tage, in die Proben investiert. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Charlotte: Die Proben haben mir total Spaß gemacht und ich habe mich immer richtig darauf gefreut. Am Anfang war zwar alles noch neu für mich – das Stück, die anderen Schauspieler, aber wir haben uns schnell gut verstanden und sind jetzt ein richtiges Team. Und zum Glück tue ich mich nicht schwer damit, Text zu lernen. Im Laufe der Zeit sind die Proben immer intensiver geworden und wir proben jetzt auch häufiger. Vor kurzem haben wir angefangen, Schauspiel und Tanz zusammenzuführen und das Stück nimmt konkrete Formen an. Die letzten beiden Wochen machen wir jetzt eigentlich nur noch Durchlaufproben und feilen an Details.
BZ: Es sind jetzt noch rund zwei Wochen bis zur Premiere. Mit welchen Gefühlen blickst Du ihr entgegen?
Charlotte: Ich freue mich vor allem darauf. Klar, bin ich schon auch ein bisschen nervös, aber das wird schon. Je mehr ich mich mit Tala beschäftige und je öfter ich in ihre Rolle schlüpfe, desto besser verstehe ich sie und wie sie handelt. Und jetzt kann ich es kaum noch erwarten sie auf die Bühne zu bringen.
 

Zur Person: Charlotte Wunderlich (11) geht in die 5. Klasse des Rotteck-Gymnasiums. Neben dem Theaterspielen schwimmt sie gerne, spielt Klavier und tanzt Hip Hop.
"Tala", das Tanztheaterprojekt der Ballettschule Dance Generation, hat am Freitag, 29. April, 19.30 Uhr, in der Belchenhalle Staufen Premiere. Weitere Aufführungen sind am 30. April um 19.30 Uhr und am 1. Mai um 15 Uhr. Vorverkauf beim BZ-Karten-Service (bz-ticket.de/karten oder  0761/496-8888), allen BZ-Geschäftsstellen sowie im Rathaus Staufen. Restkarten sind an den Abendkassen erhältlich.
 
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Ein Rausch von Farben und Bewegung!

Die Tanztheaterproduktion "Tala" reißt die Besucher in der Staufener Belchenhalle zu Begeisterungsstürmen hin.

Artikel der Badischen Zeitung, gedruckt am 02. Mai 2016, von Ute Wehrle.

  1. „The Battle“: Kampflustig und ausdrucksstark zeigte sich die die dunkle Macht in der Theaterproduktion „Tala“, die gleich drei Mal in der Belchenhalle aufgeführt wurde. Foto: Hans Peter Müller

  2. Rosarote Wölkchen schwebten über die Bühne. Foto: Hans-Peter Müller

STAUFEN. Ballett kann noch viel mehr als schwanenweiße Tutus und Spitzenschuhe sein. Was – das zeigte die Tanzschule Dance-Generation unter der künstlerischen Leitung von Kathrin Wimmer-Keil eindrucksvoll am Wochenende in der Staufener Belchenhalle. Die aufwendige Inszenierung von "Tala" nach dem gleichnamigen Jugendroman von Maria Hermann bot einen wahren Rausch an Farben, Klängen, Tanzstilen und Emotionen.

Schon beim Betreten der Belchenhalle durchschreiten die Besucher die Tür zu einer anderen Welt: Weiße Ballons und Eisblumen verzieren das Foyer, ein Wolf beobachtet die Menschenmenge, die an ihm vorbei die Treppe zum Saal hinuntereilt und dort von fröhlichem Vogelgezwitscher empfangen wird.

Plötzlich ein heftiger Donner. Und dann sind die Besucher mittendrin im Geschehen, das in einem Waisenhaus beginnt. Der fetzige Tanz der Waisenkinder ist gleichzeitig Auftakt der phantastischen Geschichte, in der Tala (Charlotte Wunderlich), unterstützt von ihren Freunden, sich mutig dem Kampf gegen die dunklen Mächte stellt, die unbarmherzig Jagd auf menschliches Wissen macht. Mithilfe des jungen Rebellen Janus (Louis Keil) flieht das Mädchen durch einen Weltenriss, ein verborgenes Tor, in eine andere Welt, in der sich die Rebellen vor der dunklen Macht der Erdenwelt versteckt halten. Dabei trifft sie auf Calvin (Jonathan Wiese), den schusseligen Zeitenforscher Themistos (Lukas Sellinger), den überheblichen Raben Conan (Zoe M. Schillinger), den souveränen Herrscher Nerthus (Michael Hartmann), Fergal (Isabella von Bachmann) und den Wolf Apeiron (tierisch gut: Joshua Kratz), die ihr treu gegen die wilde und böse Schamanin Sedna (Sonja Jacobi) zur Seite stehen. Die spannende Geschichte, gleichermaßen von Schauspielern und Tänzerinnen erzählt, wird optisch und akustisch großartig in Szene gesetzt. Wenn die bösen Geister tanzen, schimmert die Bühne in bedrohlichem Rotlicht, beim Auftritt der Eiskristalle in kühlem Blau. Der Schwefelsee wird von Tänzerinnen in grellbunten T-Shirts dargestellt, ein Sänger singt dazu "Du bist so süß wie pures Gift…"; rosarote Wolken tanzen verspielt und reichen sich rosarote Luftballons. Die ganz Kleinen bezaubern das Publikum als niedliche Holzwürmchen, putzige Zwiebeln (mit Zwiebelsäckchen auf dem Kopf) oder sanft wogendem weichen Moos, das schon etwas größere Wolfsrudel reißt mit seinen dynamischen und kraftvollen Bewegungen das Publikum genauso zu Begeisterungsstürmen hin wie die pink-roten Oktopusse, die ein U-Boot umschwimmen oder die goldenen Weltenuhren, die in hautengem Kostüm zeigen, was die Uhr geschlagen hat.

 
 

Rund 200 Darsteller wirken bei der Aufführung mit, die 22 Choreografien beinhaltet. Bei denen stimmt jedes noch so kleine Detail, angefangen von der Musik und den Tanzstilen bis hin zu den phantastischen Kostümen und Frisuren. Da sitzt jede Glitzerbordüre am rechten Fleck, Lidschatten, Nagellack und Lippenstift passen farblich perfekt zum Outfit der Tänzerinnen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wiederum zeigen starke Bühnenpräsenz und reißen die Besucher, egal, welchen Alters, bis zum Schluss mit.

Das Ergebnis: Ein farbenprächtiges Bühnenspektakel, bei dem Tanz und Schauspiel wunderbar miteinander verknüpft wurden. Beim fulminanten Finale sind dann alle gemeinsam auf der Bühne zu sehen, begleitet von Jubelschreien und frenetischem Applaus, die die Belchenhalle zum Beben bringen, bevor sich erneut ein Tor öffnet, um die restlos begeisterten Besucher wieder in die irdische Welt zu entlassen.
 

Mehr Fotos von der Aufführung gibt es unter mehr.bz/tala

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