Tala auf großer Bühne!

10.05.2016 15:30

Ein Rausch von Farben und Bewegung!

Die Tanztheaterproduktion "Tala" reißt die Besucher in der Staufener Belchenhalle zu Begeisterungsstürmen hin.

Artikel der Badischen Zeitung, gedruckt am 02. Mai 2016, von Ute Wehrle.

  1. „The Battle“: Kampflustig und ausdrucksstark zeigte sich die die dunkle Macht in der Theaterproduktion „Tala“, die gleich drei Mal in der Belchenhalle aufgeführt wurde. Foto: Hans Peter Müller

  2. Rosarote Wölkchen schwebten über die Bühne. Foto: Hans-Peter Müller

STAUFEN. Ballett kann noch viel mehr als schwanenweiße Tutus und Spitzenschuhe sein. Was – das zeigte die Tanzschule Dance-Generation unter der künstlerischen Leitung von Kathrin Wimmer-Keil eindrucksvoll am Wochenende in der Staufener Belchenhalle. Die aufwendige Inszenierung von "Tala" nach dem gleichnamigen Jugendroman von Maria Hermann bot einen wahren Rausch an Farben, Klängen, Tanzstilen und Emotionen.

Schon beim Betreten der Belchenhalle durchschreiten die Besucher die Tür zu einer anderen Welt: Weiße Ballons und Eisblumen verzieren das Foyer, ein Wolf beobachtet die Menschenmenge, die an ihm vorbei die Treppe zum Saal hinuntereilt und dort von fröhlichem Vogelgezwitscher empfangen wird.

Plötzlich ein heftiger Donner. Und dann sind die Besucher mittendrin im Geschehen, das in einem Waisenhaus beginnt. Der fetzige Tanz der Waisenkinder ist gleichzeitig Auftakt der phantastischen Geschichte, in der Tala (Charlotte Wunderlich), unterstützt von ihren Freunden, sich mutig dem Kampf gegen die dunklen Mächte stellt, die unbarmherzig Jagd auf menschliches Wissen macht. Mithilfe des jungen Rebellen Janus (Louis Keil) flieht das Mädchen durch einen Weltenriss, ein verborgenes Tor, in eine andere Welt, in der sich die Rebellen vor der dunklen Macht der Erdenwelt versteckt halten. Dabei trifft sie auf Calvin (Jonathan Wiese), den schusseligen Zeitenforscher Themistos (Lukas Sellinger), den überheblichen Raben Conan (Zoe M. Schillinger), den souveränen Herrscher Nerthus (Michael Hartmann), Fergal (Isabella von Bachmann) und den Wolf Apeiron (tierisch gut: Joshua Kratz), die ihr treu gegen die wilde und böse Schamanin Sedna (Sonja Jacobi) zur Seite stehen. Die spannende Geschichte, gleichermaßen von Schauspielern und Tänzerinnen erzählt, wird optisch und akustisch großartig in Szene gesetzt. Wenn die bösen Geister tanzen, schimmert die Bühne in bedrohlichem Rotlicht, beim Auftritt der Eiskristalle in kühlem Blau. Der Schwefelsee wird von Tänzerinnen in grellbunten T-Shirts dargestellt, ein Sänger singt dazu "Du bist so süß wie pures Gift…"; rosarote Wolken tanzen verspielt und reichen sich rosarote Luftballons. Die ganz Kleinen bezaubern das Publikum als niedliche Holzwürmchen, putzige Zwiebeln (mit Zwiebelsäckchen auf dem Kopf) oder sanft wogendem weichen Moos, das schon etwas größere Wolfsrudel reißt mit seinen dynamischen und kraftvollen Bewegungen das Publikum genauso zu Begeisterungsstürmen hin wie die pink-roten Oktopusse, die ein U-Boot umschwimmen oder die goldenen Weltenuhren, die in hautengem Kostüm zeigen, was die Uhr geschlagen hat.

 
 

Rund 200 Darsteller wirken bei der Aufführung mit, die 22 Choreografien beinhaltet. Bei denen stimmt jedes noch so kleine Detail, angefangen von der Musik und den Tanzstilen bis hin zu den phantastischen Kostümen und Frisuren. Da sitzt jede Glitzerbordüre am rechten Fleck, Lidschatten, Nagellack und Lippenstift passen farblich perfekt zum Outfit der Tänzerinnen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wiederum zeigen starke Bühnenpräsenz und reißen die Besucher, egal, welchen Alters, bis zum Schluss mit.

Das Ergebnis: Ein farbenprächtiges Bühnenspektakel, bei dem Tanz und Schauspiel wunderbar miteinander verknüpft wurden. Beim fulminanten Finale sind dann alle gemeinsam auf der Bühne zu sehen, begleitet von Jubelschreien und frenetischem Applaus, die die Belchenhalle zum Beben bringen, bevor sich erneut ein Tor öffnet, um die restlos begeisterten Besucher wieder in die irdische Welt zu entlassen.
 

Mehr Fotos von der Aufführung gibt es unter mehr.bz/tala

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